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Cichociemni — die Elite der Soldaten des polnischen Untergrundstaates  

Sie wurden im besetzten Polen abgesetzt, um Sabotagemaßnahmen gegen die Deutschen durchzuführen und Mitglieder der Widerstandsbewegung auszubilden.

von DignityNews.eu

Die Idee, eine spezielle Gruppe von Fallschirmjägern zu schaffen, entstand nach der Niederlage im Septemberfeldzug 1939. Ihre Initiatoren waren Hauptmann Jan Górski und Hauptmann Maciej Kalenkiewicz, die noch im November 1939 in der Einheit des legendären Majors Henryk Dobrzański, alias „Hubal”, im deutsch besetzten Polen gekämpft hatten.

Dieses Konzept fand die Zustimmung des Befehlshabers des Verbandes für den bewaffneten Kampf (polnisch: Związek Walki Zbrojenej, ZWZ), General Kazimierz Sosnkowski. Zu diesem Zweck wurde Ende Juni 1940 in London eine neue Einheit innerhalb der Struktur des Oberbefehlshaberstabs eingerichtet — die Abteilung VI. Ihre Aufgabe war es, den Abwurf von Menschen und Ausrüstung in das besetzte Polen zu organisieren und zukünftige „Cichociemni” zu rekrutieren. Gesucht wurden junge Soldaten in hervorragender körperlicher Verfassung, mutig und intelligent, wobei auch auf ihre moralischen Qualitäten geachtet wurde. Insgesamt qualifizierten sich 2413 Kandidaten für die Ausbildungskurse.

Die Kurse waren sehr intensiv und erforderten ein strenges Auswahlverfahren. 605 Kandidaten haben sie abgeschlossen. Die Ausbildung umfasste Fallschirmspringen, Spionageabwehr, Sabotage und Fälschung von Dokumenten. Ein weiteres Element war der Erwerb der Fähigkeit, eine falsche Identität aufzubauen. Dem Erlernen von Fremdsprachen, insbesondere Deutsch, wurde große Bedeutung beigemessen. Die von den „Cichociemni” ausgeführten Aufgaben waren vielfältig. Einige sollten in den besetzten polnischen Gebieten Partisanen ausbilden, andere sollten im Nachrichtendienst oder in der Sabotage arbeiten.

Sie erreichten das Generalgouvernement auf dem Luftweg und sprangen mit Fallschirmen ab. Die erste dieser Operationen fand in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 1941 statt, die letzte am 27. Dezember 1944. Insgesamt wurden 316 „Cichociemni” ins besetzte Polen geschickt. Unter ihnen befand sich eine Frau — Elżbieta Zawacka alias „Zo”. Zu den spektakulärsten Aktionen der „Cichociemni” gehörten die Befreiung von Gefangenen in Pińsk am 18. Januar 1943 und der Angriff auf die deutschen Truppen in Końskie am 1. September 1943.

Im Ausbildungszentrum für künftige Fallschirmjäger befand sich eine Vorkriegskarte Polens mit der Aufschrift „Kämpfe für deine Freiheit oder stirb”. Dies war keine leere Floskel, wenn man bedenkt, dass 102 Soldaten der „Cichociemni” während des Krieges getötet wurden. Weitere 18 wurden nach dem Krieg sowohl vom sowjetischen als auch vom polnischen kommunistischen Sicherheitsapparat ermordet. Viele von ihnen landeten für viele Jahre in kommunistischen Gefängnissen. Major Aleksander Tarnawski alias „Upłaz” (geboren 1921) ist der letzte überlebende Mitglied der „Cichociemni“. Im Jahr 2014 machte er seinen letzten Fallschirmsprung im Tandem mit einem Soldaten der GROM-Militäreinheit, die die Traditionen der „Cichociemni” fortsetzt.

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