Mehr als 300 Miniatur-Klavierinstrumente sind in der Galerie Toy Piano in Wrocław zu sehen. Die Ausstellung zeigt Unikate aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Japan, Brasilien, Italien sowie aus Israel, Nordkorea, Bulgarien und der ehemaligen Tschechoslowakei und der Sowjetunion.
Zunächst waren Spielzeugklaviere ein beliebtes Spielzeug, doch irgendwann rückten sie in den Fokus zeitgenössischer Musikkomponisten und wurden auch von Profis auf der Bühne eingesetzt.
Die ältesten Exponate sind 150 Jahre alt. In der Galerie befinden sich ein Spielzeugklavier der 1872 gegründeten Firma Schönhut, prächtige Instrumente aus der Pariser Manufaktur Michelsonne, die Ende der 1960er Jahre abbrannte, sowie das einzige polnische Spielzeugklavier, das Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre von der Firma „Precyzja” aus Kielce hergestellt wurde. Einige der Instrumente haben mit Tierbildern verzierte Tasten, andere haben Miniatur-Kerzenhalter, bewegliche Figuren, z. B. mit Donald Duck und Mickey Mouse oder ein Bild mit einer Szene von… einem Luftangriff — letzteres auf einem Klavier aus dem kommunistischen Korea.
Die Ausstellung wurde von Paweł Romańczuk vorbereitet, dem Besitzer der Sammlung und Gründer der Band Małe Instrumenty. Die Musikgruppe konzentriert sich auf die Erforschung von Klängen im Bereich der professionellen und ungewöhnlichen Instrumente. Im Jahr 2010 nahm sie ein Album mit Musik von Frédéric Chopin auf, die nur auf kleinen Klavieren und Flügeln gespielt wurde. Romańczuk hat auch ein Buch über die Geschichte des Spielzeugklaviers geschrieben.
Die Galerie ist nicht nur ein Ort der Besichtigung, sondern auch ein Raum der Kultur. Geplant sind Konzerte von Künstlern, die in ihrer Arbeit originelle und ungewöhnliche Klänge fördern.
„Ich hoffe, hier einen Raum für künstlerische Präsentationen rund um die neue Musik zu schaffen: kleine Konzerte, Installationen, Ausstellungen, Vorführungen, Workshops. Ich wünsche mir, dass dieser Ort eine eigene Identität hat und dass das hier angebotene Programm mit dem zusammenhängt, was ich seit 17 Jahren mache: die Kultur des Musikinstruments zu fördern”, kündigt Romańczuk an.
Arkadiusz Słomczyński