Dies ist die erste Einrichtung dieser Art in Polen. Sie wurde im ehemaligen Sitz der Außenstelle der Maria-Curie-Skłodowska-Universität (UMCS) Lublin eröffnet. Das Museum beherbergt Sammlungen zur Polarforschung in der Arktis und Antarktis sowie in Sibirien. Die Einrichtung dient der Verbreitung von Wissen über die Arbeit von Wissenschaftlern in diesen Gebieten.
Bei der Eröffnung wurde eine Ausstellung über die Geschichte der Polarexpeditionen gezeigt. Das Museum für Polarforschung beherbergt unter anderem Skulpturen aus Walrossknochen, eine Inuit-Kleidung, ein Modell eines Kanus von Vorkriegsexpeditionen nach Grönland, ein Schneemobil und einen Schlitten aus polnischen Polarstationen, Muscheln, Fossilien und Bernsteine aus Sibirien, Karten und eine Büchersammlung zur Polarforschung und sogar einen MI-2-Hubschrauber, der 1979 zu Forschungszwecken in der Ostantarktis eingesetzt wurde.
Das Museum für Polarforschung in Puławy hat unter anderem zum Ziel, das Wissen über die Polarforschung und die Beteiligung polnischer Wissenschaftler an ihrer Entwicklung zu verbreiten sowie Bildungs-, Wissenschafts- und Publikationsaktivitäten durchzuführen. Das Museum in Puławy soll ein Treffpunkt für die Gemeinschaft der polnischen Polarforscher sein, z. B. während organisierter Symposien und Konferenzen. Außerdem soll es einen Raum für die Sammlung einzigartiger Erinnerungsstücke von Expeditionen und nationaler und internationaler Polarforschung bieten.
Wissenswert ist, dass die erste Polarexpedition der UMCS in Zusammenarbeit mit dem Institut für Grundlagen der Geologie der Universität Warschau organisiert wurde und am 24. Juni 1986 von Lublin aus startete. Mitarbeiter der UMCS forschen seit Jahren erfolgreich auf der Polarstation Calypsobyen auf Spitzbergen.
Das Museum für Polarforschung in Puławy wurde am 27. Mai 2020 ins Leben gerufen. Seit dem 25. Juni 2021 betriebt die Woiwodschaft Lublin die Einrichtung gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Nationales Erbe.
Adrian Andrzejewski