Eines der Entwicklungsziele, das sich die Europäische Union (EU) im Rahmen der so genannten digitalen Dekade für dieses Jahrzehnt gesetzt hat, ist, dass bis 2030 80 Prozent der EU-Bevölkerung zumindest über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen.
Nach den jüngsten Eurostat-Daten ist Polen von diesem Ziel weit entfernt. Im Jahr 2023 verfügten 44,3 Prozent der Polen (im Alter von 16 bis 74 Jahren) zumindest über grundlegende digitale Kompetenzen, gegenüber einem EU-Durchschnitt von 55,4 Prozent.
Um als Person mit mindestens grundlegenden digitalen Kompetenzen angesehen zu werden, musste ein Teilnehmer der Eurostat-Umfrage in jedem der fünf Bereiche eine solche Kompetenz aufweisen: Nutzung von Informationen und Daten im Internet, Fähigkeiten zur Kommunikation und Zusammenarbeit im Internet, Erstellung von Inhalten mit Hilfe eines Computers, Fähigkeiten, um in der digitalen Welt sicher zu bleiben, und Problemlösungsfähigkeiten.
Die europäischen Spitzenreiter auf dieser Liste sind die Niederlande, Finnland und Norwegen. In diesen Ländern liegt der Prozentsatz der Bürger, die zumindest über Grundkenntnisse verfügen, bereits bei über 80 %.
Sowohl in Polen als auch in der EU insgesamt ist dieser Prozentsatz im Vergleich zur Erhebung von 2021 leicht gestiegen. (Damals lag der Anteil der Polen mit digitalen Grundkenntnissen bei 43 %).
Wie das Polnische Wirtschaftsinstitut (PIE) feststellt, sei es nicht überraschend, dass der Prozentsatz der EU-Bürger mit zumindest grundlegenden digitalen Kenntnissen mit dem Alter der digitalen Nutzer abnimmt. Aus der Perspektive Polens und in Anbetracht des Problems einer alternden Gesellschaft und der so genannten
„Silver Economy” könnten die Defizite bei den digitalen Kompetenzen in den drei ältesten Altersgruppen (45-74) jedoch beunruhigend sein.
Der Prozentsatz der polnischen Bürger mit grundlegenden digitalen Kompetenzen im Alter von 55-64 Jahren ist fast doppelt so niedrig wie der EU-Durchschnitt. Allerdings gibt es in jeder untersuchten Altersgruppe Unterschiede zu Ungunsten Polens. Die PIE weist darauf hin, dass die digitale Ausgrenzung von Menschen um und über 50 die Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials dieser Menschen behindern kann.
Adrian Andrzejewski